Endlich: „Gotcha!“

Eigentlich wollten meine Kollegin und ich schon am letzten Wochenende Paintball spielen gehen. Und die Wii war nur ein schwacher Trost dafür, dass daraus zunächst nichts wurde…
Umso wichtiger war, dass aus unserer „fixen Idee“ diesmal eine unumstößliche Tatsache wurde. Wie oft bleibt das Leben langweilig und farbenfroh (man beachte den, in Bezug auf die Thematik unvermeidbaren Wortwitz), nur weil Ideen zu schnell verworfen werden?

Super gerne hätte ich mehr als die folgenden Fotos gemacht. Aber irgendwie war mir meine Kamera dann doch zu teuer…

Wir waren in der „größten Paintball-Anlage Mitteldeutschlands“ (wie bemisst sich Mitteldeutschland?) in Obergebra einem Ortsteil von Bleicherode. Das erste Erlebnis: „Wie kann ich euch helfen?“ Was ist denn das für eine Frage? Was wollen wohl fünf junge Menschen am Tresen einer Paintball-Anlage? Kinokarten?
Es hat dann eine Weile gedauert, bis wir loslegen konnten: Ausrüstung, Einweisung, Sich-mit-wildfremden-Menschen-nicht-in-ein-Team-finden-wollen, Däumchendrehen (auf einmal war unser „Marshall“ Jens einfach weg), Spaziergang über’s Gelände, nochmal Einweisung, Teams-von-Jens-doch-zusammenschweißen-lassen (warum nicht gleich?).
Angefangen hat alles im „Dorf“, einer zu etwa 50% symmetrisch aufgebauten „Arena“ mit Bretterbuden, Autos, Gräben, Brücken und Strohballen. Hey, und keiner hat gewürdigt, dass ich in dieser ersten Runde (gefühlt) 4 der 6 gegnerischen Spieler „markiert“ habe! Trotz mehrmaligen Hinweisen von Jens, dass Paintball ein „Teamsport“ ist und wir „planen“ und „kommunizieren“ sollen, entsprach das Ganze einem ziemlichen Geballer. Die 7 fremden Spieler (ich nenne sie ab hier der Einfachheit „Bauern“ auch wenn das etwas pauschal ist, trifft es doch ihr Gemüt ganz gut), mit denen wir gemeinsam zwei Teams bildeten, hatten nach drei Runden schon ihre ersten 500 Schuß verschossen (wir kamen mit unseren je 600 Schuß den ganzen Tag hin…). Dass dann jemand Carinas gefüllten Markierer ungefragt gegen einen leer geschossenen tauschte, führte Jens Bemühungen ad absurdum.
Nachdem dies dann in einem ziemlich unbefriedigenden, weil unbewegten und untaktischem Stellungskrieg in der „Bunkeranalge“ endete, war dann im Dorf eine 29-Köpfige Gruppe „Hobby-Rambos“ und drei ziemlich hilflosen 1,50-Mädels angekommen. Und dann hieß es für Bauern (hier stellte sich heraus, dass darunter ein paar Bundis waren) und uns Pädagogen, sich in einer alten Kaserne zu verstecken, damit die Meute uns jagen kann. Nach 2min Vorsprung und drei Schüssen war das Spiel für mich vorbei. Der einzige Trost: Ich hatte mehr Spaß, als die drei, völlig verängstigt im Treppenhaus stehenden 1,50-Mädels. Schade.
Pause: Cola Trinken, gut gewürzten „Kesselgulasch“ aus Plastikschalen löffeln, Abwarten bis Rambos und Bauern wieder draußen unterwegs sind, Munition nachkaufen.

Und dann hatte ich erst richtig Spaß: Wir fünf auf dem SupAir-Feld!
Schnelle Runden, mal Capture-the-Flag, mal Last-Man-Standing, mal im Team, mal jeder-gegen-jeden, mal 1-gegen-1. Cool. Hat Spaß gemacht, auch wenn indoor die Distanzen wesentlich kürzer sind und dadurch die Treffer deutlich mehr schmerzen.

Was also bleibt als Fazit?

  • Zwar bemüht sich die Paintball-Szene krampfhaft durch Begriffe wie „Markierer“ statt Gewehr zu betonen, dass es sich um ein Spiel handelt. Das ändert aber nichts daran, dass zumindest in Bleicherode die Zahl der „Spieler“, in Camouflage-Anzügen, mit Kurzhaarfrisuren und „Dobermann“-Shirts doch bemerkenswert hoch war.
  • Taktisches Spielen ist nicht so leicht, wie es klingt, da man – sobald das Spiel startet – einen unbändigen Drang verspürt hektisch wie ein Eichhörnchen auf Speed herumzurennen. Absprachen sind fast unmöglich: Entweder man ist soweit voneinander entfernt, dass man sich durch die Masken nicht versteht, oder man verrät durch wildes Brüllen dem Gegenspieler, wohin er schießen muss.
  • In einer kleineren Gruppe, die eine gleiche Einstellung und Interesse an einer angenehmen Spielatmosphäre hat macht das Ganze eine Menge Spaß!
  • Ja, es handelt sich um Sport. Ich bin vollkommen geschafft…
  • Die getroffenen Körperstellen stellen ihr Schmerzempfinden augenblicklich ein, sobald eine neue Runde beginnt. Was aber echt fies ist: Die in den Gelatine-Kugeln befindliche Lebensmittelfarbe scheint zu 99% aus Öl zu bestehen. Jedenfalls waren wir von oben bis unten schmierig. (Also war meine Entscheidung die Kamera vorerst im Auto zu lassen goldrichtig.)
  • Es wird in nicht allzu ferner Zeit ein Revival geben!
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