Safe and Simple Online-Payment

Gestern Abend erlebte ich eine Überraschung:

Eigentlich wollte ich nur schnell – um nicht im Dunkeln zu stehen – ein Taschenlampen-App runterladen (schon komisch, wofür es überall Apps braucht – ohne die kann ein iPhone deutlich weniger als jedes Billig-Handy¹). Auf einmal eine Meldung:

„Ihre AppleID wurde gesperrt.“

Es stellte sich heraus, dass der freundliche und ach-so-einfach-zu-bedienende Bezahlservice „ClickandBuy“ mein Konto gesperrt hat, da die Lastschrift nicht abgebucht werden konnte. Und warum?
Weil ClickandBuy eine Kontonummer von mir hatte, die nicht stimmte – nämlich von meinem alten Girokonto bei einer alten Bank. Da ich mir 1000% sicher bin, dass ich dieses nicht angegeben habe (ich kenne noch nicht einmal die Kontonummer auswendig), müssen sie es wo anders her haben. Nur woher?
Auch meine alte Adresse samt Telefonnummer war bei ClickandBuy hinterlegt, ohne, dass ich diese angegeben hätte. „Safe“ fühlt sich anders an.

Bis dahin bleibt die Geschichte „nur“ eine weitere Erfahrung, dass meine Daten – obwohl ich relativ zurückhaltend bin – im Online-Äther herumschwirren.
Dazu kommt aber, dass ClickandBuy eine Bearbeitungsgebühr für die Rückbuchung von 15€ berechnet. Ärgerlich, zumal es sich gegenüber einem anonymen Online-Riesen sicherlich nicht lohnt, auf Kulanz zu hoffen – immerhin scheint ihr System durch die ungefragte Übernahme meiner Daten den Fehler verursacht zu haben.

Aber was will man machen: Ohne Licht im Dunkeln ist doof, also den fehlenden Betrag extra per „giropay“ (also unmittelbar) überwiesen.
Leider warte ich noch immer darauf, dass mein Konto und damit meine AppleID freigeschaltet werden. Wozu also sollte man einen Service wählen, bei dem „sich der Empfänger also sofort sicher sein (kann), dass er den Warenwert auf seinem Konto gutgeschrieben bekommt“ (Wikipedia), wenn daraufhin für bereits 12 Stunden folgender Satz beim GlickandBuy-Konto auftaucht?

„Vielen Dank, dass Sie das Abrechnungsverfahren begonnen haben. Ihr ClickandBuy-Konto bleibt gesperrt, bis das Abrechnungsverfahren abgeschlossen ist.“

„Simple“ ist anders.
Und so sitze ich zu Hause, aktualisiere in 30minütigen Abständen die Übersichten der diversen Konten (von denen es eindeutig zu viele gibt – aber das ist ein anderes Thema) und weiß nicht, über wen ich mich am meisten ärgern soll:

  • ClickandBuy, weil sie eben doch nicht „Safe and Simple“ sind?
  • Apple, weil die einfachsten Funktionen von einer AppleID abhängig sind? (Denn ich betone: Die Taschenlampen-App ist GRATIS, was einem aber leider ohne ID nicht viel nützt.)
  • Oder doch über mich, dass ich unvorsichtig mit meinen Daten umgehe, oder was noch schlimmer ist, mich dann doch von Apple abhängig gemacht habe?¹

_____________
¹ Eigentlich ist das ein anderes Thema. Aber warum in Gottes Namen hat ein iPhone

  • keine Taschenlampe?
  • keine abstellbaren Tastentöne beim Wählen über den Ziffernblock?
  • keine frei wählbaren Klingeltöne?
  • keine Möglichkeit im iPod an laufende Titel unkompliziert andere anzureihen? (Bin ich zu blöd?)
  • keine Bereitschaft mit anderen Handys per Bluetooth zu kommunizieren?

Diese Liste ließe sich beliebig verlängern und so macht das iPhone einen ziemlich zurückgebliebenen und wenig „smarten“ Eindruck…

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3 Responses to Safe and Simple Online-Payment

  1. Rob sagt:

    Aha! Einen Tick schlauer: ClickandBuy zieht mit seinen Büroräumen um und ist daher telefonisch nicht zu erreichen. Und wahrscheinlich arbeitet auch einfach niemand, so dass ich auf dem „Trockenen“ sitze…
    Also selbst mein Arbeitgeber würde sich nicht nehmen lassen, telefonisch erreichbar zu sein – trotz Umzug. Denn er ist angewiesen auf das Wohlwollen seiner Kunden…

  2. Rob sagt:

    Und es geht in eine neue Runde:

    Nachdem ich mehrfach verzweifelt versucht habe, per Mail ClickandBuy zu erreichen und keine Antwort bekam, habe ich direkt nach meiner Rückkehr aus London zum Telefon gegriffen. Um die Telefonnummer und meine Kundennummer zu finden, musste ich noch ein letztes Mal einen Blick auf die Homepage bzw. mein Konto werfen. Und was sehe ich? Erneut 15€ Mahngebühr wegen einer rückgewiesenen Lastschrift.
    Mit entsprechendem Mißbill (gibt es das Wort?) rief ich also an und hatte – ganz ohne Warteschleife – eine Frau am Apparat, der ich dann natürlich die ganze Situation schilderte. Nachdem sie sich das angehört hatte, übernahm ungefragt ein Mann das Gespräch mit den Worten „Ich habe das Gespräch mitgehört.“ (Wie? Was? Warum sagt einem das keiner?). Leider war ich dann schnell kleinlaut, da er mir nachweisen konnte, dass die falsche Kontoverbindung aus einer Anmeldung bei ClickandBuy von 2008 stammte… (Peinlich.)
    Die zweite Mahngebühr hat er dann auch „aus Kulanzgründen“ zurückgenommen – auf etwas anderes hätte ich mich aber auch nicht eingelassen, da diese ja nur dadurch entstanden ist, dass ClickandBuy (warum auch immer) mein Konto nicht wieder entsperrt hat.
    Nach einigen versöhnlichen Worten beiderseits wollte ich dann von dem netten Herrn wissen, wann denn mein Konto wieder nutzbar sei. Mit den Worten „wenn die Kollegen aus ihrem Urlaub wieder da sind“ und „denn wissen Sie, hier im Rheinland ist gerade Karneval“ musste ich mich dann leider zufrieden geben – jeder weitere Streit hätte auch nur zusätzliche Telefongebühren bedeutet – allerdings nicht ohne vorher noch ein Feedback darüber abzugeben, dass auf meine Kontaktversuche nie reagiert wurde…

    Es scheint also, als wäre das Problem Anfang nächster Woche (also immerhin 1,5 Wochen später) behoben. So bleibe ich zurück mit dem Gefühl, dass meine erste Gesprächspartnerin einen anderen Beruf ergreifen sollte, wenn sie schon mit mir (wer mich kennt, weiß wie freundlich ich am Telefon bin) so überfordert war, dass sie ihren Kollegen hat übernehmen lassen… achja, und natürlich immernoch ohne eine Taschenlampe im Handy.

  3. Pingback: Die eierlegende Wollmilchsau… « Dewugwur

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