Steißbeinprellung olé!

So sieht es gerade aus, wenn man aus meiner Wohnungstür tritt. Diesen Berg (ja man erkennt nicht sooo gut, dass es bergauf geht) habe ich mich gerade vom Parkplatz aus nach oben gekämpft. Pünktlich zum Feierabend hat es in Hohegeiß begonnen zu regnen – auf gefrorenen Boden.

Nachdem ich beim Einparken das Auto mit einer unfreiwillig hollywoodtauglichen 90° Wende in die glücklicherweise recht breite Parklücke geschoben habe (Puh!), begann ich mich mit der Eleganz einer unter Verstopfung leidenden Ente und wild rudernden Armen langsam voranzutasten. Wer schon einmal einen Fluß mit Strömung durchschwommen hat, kennt das Gefühl nicht dahin zu kommen, wo man eigentlich hin will. (Und da meine Wohnung bergauf liegt, kämpfte die Schwerkraft beständig gegen mich.)
Schnell kam ich also von dem Plan ab, den kürzesten Weg zu wählen und rettete mich zurück an die haltversprechende Karosserie. Ich verfluchte kurz die Autodesigner dieser Welt dafür, dass sie mehr Wert auf Aerodynamik als auf Haltegriffe für glatteisgebeutelte Fußgänger legen, fand dann aber dank einiger Klettererfahrung Halt in den frostfreien Isoliergummis der Fensterscheiben.
Ein beherzter Griff in das Einwurfloch eines Papiercontainers, über dessen Anwesenheit ich vor kurzem erst mit einem Kollegen gestritten habe (Wozu steht er da, wenn doch alle Haushalte blaue Tonnen haben?) half mir dann, die Parkplatzfläche hinter mir zu lassen.

Einem I-Dötzchen (Verkehrsanfänger auf rheinländisch) gleich blickte ich brav nach rechts und links, bevor ich den Bürgersteig überquerte; doch nicht wegen hohem Verkehrsaufkommen, sondern auf der Suche nach den Unebenheiten in denen sich das trittstabilisierende Streugut gesammelt hatte. Mit zwei beherzten Schritten hatte ich das Trottoir hinter mir gelassen und stand breitbeinig wie ein duellierender Cowboy auf der Straße.
Auf der anderen Seite angekommen orientierte ich mich an den, im Licht der Natronlampen gold schimmernden Restschneeflächen, die bisher nicht der Räumwut meiner ordnungsliebenden Nachbarn zum Opfer gefallen waren. (Warum räumt man eigentlich Gehwege, wenn man dann doch auf Schnee deutlich sicherer unterwegs ist?)

In einer vorbildlich geräumten Einfahrt glitt ich dann doch noch aus, verzichtete aber aus Coolness-Gründen auf Ausgleichsbewegungen; auch, weil ich mich in vermeintlich haltbietender Umgebung befand: Der lässige Griff an ein parkendes Auto erwies sich als Fehlkalkulation, war es doch gänzlich von einer glänzenden Eisregenschicht überzogen. Zum Glück fand mein eigentlich nur zufällig getragener Wanderstiefel (die neuen Sohlen mussten probegelaufen werden…) schnell wieder Halt (…und wurden für gut befunden).
Die Holzvertäfelung unseres Mietshauses geleitete mich dann dankenswerterweise sicher zur Haustür – ich habe überlebt!

Und wer diesen Abenteuerbericht für belanglos und rhetorisch überzogen hält, der soll es mir – wahlweise im Eisstadion vor Ort – nachmachen…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Deine Meinung

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s